Kündigen per Klick ist für Abos schon seit 2022 Pflicht. Seit dem 19. Juni 2026 gilt etwas Ähnliches auch für den Widerruf: Wer online Verträge mit Verbrauchern schließt, muss einen Widerrufsbutton anbieten. Grundlage ist der neue § 356a BGB, der eine EU-Richtlinie umsetzt. Eine Übergangsfrist gab es nicht.
Wer ist betroffen?
Die Pflicht gilt für Unternehmen, die Verträge mit Verbrauchern über eine Website oder App schließen und bei denen ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht. Das betrifft praktisch jeden Onlineshop mit Privatkunden, aber auch Online-Buchungen, Kurse oder digitale Abos. Reine Firmenkunden-Shops, Bestellungen per Telefon und Verträge ohne Widerrufsrecht fallen nicht darunter.
Was der Widerrufsbutton können muss
- Eindeutige Beschriftung: zum Beispiel „Vertrag widerrufen“. Ein versteckter Link im Kleingedruckten reicht nicht.
- Immer erreichbar: während der gesamten Widerrufsfrist, gut sichtbar, etwa im Footer, im Kundenkonto und in der Bestellbestätigung.
- Wenige Angaben: abgefragt werden nur Name, die Bestellung, die widerrufen werden soll, und eine E-Mail-Adresse für die Bestätigung. Ein Kundenkonto darf keine Voraussetzung sein.
- Zweiter Schritt: Der Kunde prüft seine Angaben und bestätigt den Widerruf mit einem zweiten, ebenso eindeutig beschrifteten Button.
- Eingangsbestätigung: sofort per E-Mail, mit Inhalt des Widerrufs sowie Datum und Uhrzeit des Eingangs.
Was sich nicht ändert
Widerrufsfrist, Rücksendung und Erstattung bleiben, wie sie sind. Kunden können auch weiterhin per E-Mail, Brief oder Formular widerrufen. Der Button ist ein zusätzlicher, einfacher Weg. Die Widerrufsbelehrung sollte ihn aber erwähnen.
So setzen Sie den Button um
Für die großen Shopsysteme wie Shopify, Shopware und WooCommerce gibt es inzwischen Apps und Erweiterungen. Achten Sie darauf, dass der Ablauf wirklich zweistufig ist und die Bestätigung automatisch verschickt wird. Ein normales Kontaktformular mit dem Betreff „Widerruf“ erfüllt die Anforderungen in der Regel nicht.
Für Shops mit Contao und Isotope haben wir unter unserer Marke contaolabs eine eigene Erweiterung entwickelt: Isotope Widerrufsbutton + GPSR. Sie bringt Button, zweistufigen Ablauf, Eingangsbestätigung und eine Übersicht im Backend mit.
Checkliste
- Button „Vertrag widerrufen“ im Footer und im Kundenkonto
- Link zum Widerruf in der Bestellbestätigung
- Zugang auch ohne Kundenkonto, etwa über Bestellnummer und E-Mail-Adresse
- Prüfschritt mit zweitem Button
- Automatische Eingangsbestätigung mit Datum und Uhrzeit
- Widerrufsbelehrung angepasst
- Ablauf einmal selbst als Kunde getestet
Fazit
Der Widerrufsbutton ist technisch kein großes Projekt, wird aber gern übersehen. Wer ihn noch nicht hat, sollte das vor dem Weihnachtsgeschäft nachholen. Lassen Sie Texte und Ablauf zusätzlich von einer Fachstelle prüfen, etwa vom Händlerbund oder Ihrer Anwaltskanzlei. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Bei der technischen Umsetzung in Ihrem Shop helfen wir gern, mehr dazu auf unserer Seite Onlineshop erstellen.